Buchempfehlungen             

Hans Magnus Enzensberger, Sanftes Monster Brüssel oder Die Entmündigung Europas, edition suhrkamp
 

Ein Pressekommentar anstelle eines eigenen:
»Enzensberger hat gründlich recherchiert. Geduldig zählt er Fakten auf, reiht Indiz an Indiz, wie in einem Kriminalfall. Sein Tonfall ist unverwechselbar: entspannt und präzise, stets sprungbereit und dabei von jener sanften Ironie, unter deren Oberfläche die scharfen Klingen des Vivisekteurs lauern. Enzensberger will nicht einfach mal gegen die EU polemisieren, er will ein in seiner Machtgier sich unaufhaltsam voranwälzendes Ungeheuer entlarven. Dieses Monstrum hat eine Geschichte, aber kaum jemand kennt sie. Enzensberger erzählt von ihr, was jeder Europäer wissen sollte.«
(Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
 

Roland Baader, Geldsozialismus – Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression, Resch
 

März 2010 veröffentlichte die Schweizer Vontobel-Stiftung in ihrer Schriftenreihe den Essay Geldsozialismus von Roland Baader, eine Publikation, die auf gut 70 großformatigen Seiten den Kern des wenige Monate später im Resch-Verlag erschienenen Buches Geldsozialismus – Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression bildete und über die Vontobel-Stiftung möglicherweise immer noch unentgeltlich bezogen werden kann. Mit diesem Hinweis möchte ich keineswegs den Eindruck erwecken, dass der Kauf des Buches mit seinen 168 Seiten kein gut angelegtes Geld wäre. Doch wer nur über ein vergleichsweise schmäleres Budget für Bücherkäufe verfügt, sollte sich wenigstens um einen Bezug via Zürich bemühen. Denn es lohnt sich, die Gedanken von Roland Baader zur Kenntnis zu nehmen. Schon 2004 hatte er in seinem Buch Geld, Gold und Gottspieler – Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise die 2007 beginnende Finanzkrise richtig prognostiziert, sein nun vorgelegtes Buch kann demzufolge als ein durch die aktuellen Entwicklungen bestätigter und diese einbeziehender "Ergänzungsband" verstanden werden. 
Hier das kluge Vorwort von Dr. Hans-Dieter Vontobel zum von der Vontobel-Stiftung publizierten Essay Geldsozialismus:
"Ein bekanntes Sprichwort suggeriert: Geld regiert die Welt. Das mag übertrieben sein, aber trifft doch wesentliche Sachverhalte. Besonders Gesellschaften, die sich vornehmlich an irdisch-materiellen Werten orientieren, sind fasziniert von der Macht und der Wirkung des Geldes. Dies gilt nicht nur für den Finanzkapitalismus, sondern auch den mit Steuern und Schulden finanzierten Wohlfahrtsstaat. Und mittlerweile wissen wir, dass nicht nur gewissenlose Finanzakrobaten zur weltweiten Krise beitrugen. Auch Regierungen, allen voran in den Vereinigten Staaten von Amerika, schufen während Jahren völlig hypertrophe Anreize, die zur Schuldenwirtschaft ermunterten. Mehr noch: Dieselben Staaten sehen sich nun gedrängt, riesige Stütz- und Investitionsprogramme durchzuführen, welche die Schuldenlast der öffentlichen Hand ins Riesenhafte anwachsen lassen.
Dabei greifen die Politiker im Verbund mit den Notenbanken auf einen bewährt hochriskanten Mechanismus zurück. Sie erhöhen die Umlaufmenge des Geldes, und weil diese seit Jahrzehnten nicht mehr an die Golddeckung gebunden ist, entsteht gewissermassen Kapital wie aus dem Nichts. Das sogenannte «fiat money» erweist sich aber als tückisches Zaubermittel, dem keinerlei Deckung durch die realen Wirtschaftsverhältnisse entspricht. Kritische Ökonomen prognostizieren denn auch wegen der enormen Vermehrung der Geldmenge die Gefahren beträchtlicher Inflation.
Das billige Geld hat zu Schuldenlasten geführt, die in manchen Ländern in die Billionen gehen. Es ist nicht zu sehen, wie solche Defizite jemals wieder auf ein vernünftiges Mass abgebaut werden können – es sei denn durch dramatische Währungsreformen. Geld, das losgelöst von der Menge der Güter, also von einem realen Gegenwert, kursiert und noch vermehrt wird, endet schliesslich in der Entwertung. Was dies indessen für Gesellschaft und Politik bewirken kann, hat die Geschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts dramatisch vor Augen geführt.
Mit seinem Essay «Geldsozialismus» legt der Ökonom Roland Baader, ein Schüler Friedrich August von Hayeks, eine ebenso erfrischende wie provokative Analyse vor. Baader zeigt, dass sich die Grösse Geld, im strengen Sinn als Tauschmittel vor dem Hintergrund realer Deckung zu verstehen, insbesondere unter den Ansprüchen und Begehrlichkeiten des Wohlfahrtsstaats zunehmend in ein Medium der Ausgaben- und Schuldenwirtschaft verwandelt und dabei ständig an Wert verliert. Doch der volkswirtschaftliche Aspekt ist nur das eine. Denn der leichtfertige Umgang mit privater und öffentlicher Verschuldung beschädigt auch die Moral der Menschen. Begriffe wie Leistung und Ertrag, Vernunft und Verantwortung werden im individuellen wie im gesellschaftlichen Selbstverständnis zu Kriterien unverbindlicher Beliebigkeit. So besehen, ist Geld eben mehr als bloss ein Tauschmittel. In diesem Sinn wünsche ich nachdenkliche Lektüre."
 

Bruno Bandulet, Die letzten Jahre des Euro – Ein Bericht über das Geld, das die Deutschen nicht wollten, Kopp-Verlag
 

So stellt der Kopp-Verlag das aktuellste Buch von Bruno Bandulet vor:
"Dr. Bruno Bandulet, Euro-Kritiker der ersten Stunde, warnte bereits in den frühen 1990er-Jahren zusammen mit den Professoren Starbatty, Schachtschneider und Hankel vor den verheerenden Folgen einer Europäischen Währungsunion. In zahlreichen Vorträgen und Artikeln und in drei Büchern stritt er für den Erhalt der Deutschen Mark und gegen EU-Zentralismus und Euro-Wahn. Jetzt, nachdem die schlimmsten Befürchtungen eingetroffen sind, zieht er als ausgewiesener Euro-Kenner Bilanz, deckt die Hintergründe auf, rechnet mit den Schuldigen ab und bringt den Leser auf den neuesten Stand der Euro-Katastrophe. In diesem Buch erfahren Sie alles, was Sie über die Fehlkonstruktion Euro wissen müssen: - Wie es dazu kam, dass Helmut Kohl die Deutsche Mark opferte und die Bundesbank entmachtet wurde. - Ob die Einführung des Euro und damit die Aufgabe der Deutschen Mark der Preis war, den Deutschland gegenüber den alliierten Siegermächten für die deutsche Wiedervereinigung zahlen musste. - Warum François Mitterrand in internen Gesprächen im Elysée-Palast die Deutsche Mark als Atombombe bezeichnete: "Die Deutsche Mark ist gewissermaßen ihre Atomstreitmacht."- Wie die Deutschen, die den Euro nicht wollten, von den Politikern getäuscht und belogen wurden. - Welche Rolle die amerikanische Hochfinanz im Währungskrieg zwischen Dollar und Euro spielt. - Warum die unvermeidliche Euro-Krise zuerst in Griechenland ausbrach. - Wie der Euro im Mai 2010 innerhalb weniger Tage von einer scheinbar stabilen Währung zum Geld einer Schulden- und Transferunion auf Kosten Deutschlands mutierte. - Ob es zu einer Rückkehr der Deutschen Mark kommen und diese eventuell schon vorbereitet wird. Erklärt wird, wie das Eurosystem funktioniert, wie Geld aus dem Nichts geschaffen wird, wie Inflation entsteht und Staatsbankrotte ablaufen und wie sich Wechselkurse am Devisenmarkt bilden. Schließlich erfahren Sie, welche Risiken auf den Anleger und Sparer zukommen und welche Chancen der Euro überhaupt hat, die nächsten Jahre zu überleben. Ein schonungsloser und engagierter Bericht aus erster Hand, der Ihnen zeigt, wie Sie Ihr Vermögen und das Ihrer Familie vor der kommenden Entwertung retten können."
 

G. Edward Griffin, Die Kreatur von Jekyll Island – Die US-Notenbank FEDERAL RESERVE, Kopp-Verlag
 

Wer das heute weltweit herrschende Geldsystem verstehen möchte, sollte sich auch mit der Entstehung des kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs ins Leben gerufenen US-amerikanischen Federal Reserve Systems befassen. Ein erster guter Zugang hierzu ist das Buch von Griffin. Der Leser erlebt ein Stück Geschichte, in der wir bis zum heutigen Tage selber ganz tief stecken, hautnah.
 

Reinhard Deutsch, Das Silberkomplott, Kopp-Verlag
 

Bitte lassen Sie sich von dem reißerisch anmutenden Titel nicht täuschen. Der inzwischen verstorbene Deutsch verfasste mit diesem Buch keine Verschwörungstheorie, die marktschreierisch um Aufmerksamkeit buhlte. Vielmehr liefert er Erhellendes über das Wesen und die Arten des Geldes, so nebenher auch eine kurze Geschichte des Geldes durch die Jahrhunderte und Gedanken zu jenem Geld, welches Gold und Silber als Geld verdrängte und welches wir heute überall auf der Welt als einziges Geld kennen, in welcher Währung es auch immer auftreten mag – und welches Deutsch als "legales Falschgeld" bezeichnet. Er versucht die Konsequenzen dieser Art Geld herauszuarbeiten, wem es nützt und wem es schadet und welche Zukunft es in seinen Augen haben wird. Und er versucht zu begründen, warum sein besonderes Augenmerk weniger beim Gold denn beim Silber liegt. Das Buch von Reinhard Deutsch lässt sich außerdem als Befürwortung der "Reprivatisierung" des Geldes lesen – nur auf diese Weise sieht er die Chance gegeben, dass wir irgendwann wieder zu einem "ehrlichen Geld", wie er es nennt, zurückkehren werden.."
 

Argentarius, Vom Gelde – Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn, basis-verlag
 

René Stareczek, der Herausgeber dieses Sammelbands, schreibt über den Verfasser der darin dokumentierten Briefe:
"'Argentarius' (lat. für Bankier, Geldwechsler, Silberarbeiter) ist das Pseudonym von Alfred Lansburgh (1872-1937), der als Bankier, Ökonom, Autor und Publizist tätig war.
Er war von 1908 bis 1934 Herausgeber der Zeitschrift 'Die Bank'. (...)
Lansburgh war ein scharfer Kritiker der Großbanken und ihres Einflusses auf die Finanz- und Wirtschaftsgeschichte und versuchte daher ab dem Jahr 1910 durch verschiedene Schriften ('Bankier und Aktienbank' und 'Die Selbsthilfe der Provinzialbankiers') als Gegenpol einen Zusammenschluss der Klein- und Provinzialbankiers zu erreichen.
Seine zahlreichen Schriften zum Thema Geld, Börse, Bank und Finanzen sind insofern einzigartig, als sie, ganz im Gegensatz zu denen vieler seiner Kollegen, sehr verständlich und nachvollziehbar geschrieben sind.
Die vorliegenden Werke sind alle in der Form von Briefen an 'seinen Sohn James' geschrieben, was das Lesen sehr persönlich und leicht macht."
Der Sammelband enthält die drei Bücher "Vom Gelde" (1921), "Valuta" (1921) und "Währungsnot" (1923), die alle vor dem Hintergrund der damals grassierenden Hyperinflation in Deutschland geschrieben wurden. Voreilig und ein Irrtum wäre es allerdings, daraus den Schluss zu ziehen, die Gedanken von Alfred Lansburgh seien höchstens von historischem Interesse und könnten demjenigen nichts bieten, der unser heutiges Geld- und Finanzwesen und dessen Probleme und Krisen zu verstehen versucht. Das Gegenteil ist der Fall. Das liegt daran, dass Lansburgh trotz der mit Händen greifbaren Übel, Krisen und Widersprüche seiner Zeit sein Hauptaugenmerk in diesen Briefen nicht etwa auf einzelne Symptome und Oberflächenerscheinungen jenes Geld- und Wirtschaftssystems richtete, mit dem er es als Praktiker wie Theoretiker zu tun hatte, sondern auf das, was er als die – von den meisten unbegriffene – Grundlage von so vielen sozialen Störungen, Gegensätzen und Katastrophen sah. Es ging ihm um eine möglichst verständliche Klärung der Frage, was Geld selber seinem Wesen nach ist, welche Bewegungen es vollzieht und welche Wirkungen seine Bewegungen nach sich ziehen. So schrieb er 1921 in einem Vorwort zum ersten Teil seiner Briefe:
"Es wäre manches besser in der Welt, wenn alle gebildeten Menschen wüssten, was 'Geld' ist.
Denn nicht nur wirtschaftliche Störungen wie Krisen, Kreditnot, Teuerung, sondern auch soziale Übel, wie Klassengegensätze und Massenverelendung, ja sogar politische Katastrophen wie Kriege und Revolutionen, haben ihre wichtigsten Wurzeln nur allzu oft in der allgemeinen Unkenntnis vom Gelde.
Die Wirtschaftswissenschaft hat manche geistvolle Definition des Geldes und manche konsequent durchgeführte Systematik geliefert.
Aber da sie sich stets an die äußere Erscheinungsform, an das Geldzeichen klammerte und das Wesen des Geldes, seinen Rechtsinhalt, übersah, so redeten die verschiedenen Theorien aneinander vorbei.
Das hat zur Folge gehabt, dass es bis zum heutigen Tage noch keine wirklich richtige Lehre vom Kredit, von den Banken und vom Kapitalmarkt gibt. Denn nur wer das 'Geld' kennt, kann seine Bewegungen und die Wirkungen dieser Bewegungen erkennen.
In diesen Briefen wird eine neue Lehre vom Gelde in nach Möglichkeit gemeinverständlicher Form aufgestellt..."
Wer diese Briefe liest, aufmerksam und im Nachvollzug der Gedanken, mag darüber erstaunen, mehr aber noch, so hoffe ich, dafür dankbar sein, dass er durch sie in die Lage versetzt wird, ein tieferes Verständnis der Fehler, Ursachen und Konsequenzen so vieler Bedrängnisse unserer heutigen Zeit  zu entwickeln, jedenfalls in ihren wesentlichen Grundzügen. Für mich bestätigt sich hier, dass oft alte, in ihrer Bedeutung verkannte oder längst in Vergessenheit geratene geistige Arbeiten die eigentlichen unverzichtbaren Quellen wirklichen Erkenntnisgewinns sind, die Briefe von Alfred Lansburgh zähle ich zu einer solchen "ewigen Bibliothek" unbedingt hinzu.
 

Don Joseph de La Vega, Die Verwirrung der Verwirrungen: Börsenpsychologie – Börsenspekulation, Nikol Verlag
 

Interessant zu lesen wie wenig sich die Börse in den letzten 300 Jahren änderte. Der Autor war nicht nur Spekulant, sondern auch Philosoph und soll an der Börse fast genausoviel verloren wie gewonnen haben und schrieb wohl auch aus diesem Grund dieses Buch. Es enthält vier Dialoge zwischen einem Kaufmann, einem Philosophen und einem Aktionär über die Börse in Amsterdam Ende des 17. Jahrhunderts und ist damit das älteste bekannte Buch über die Börse.