Leseprobe             

Es sei mir nachgesehen, dass ich aus dem Bändchen nur zwei von mir verfasste Texte auf die Seite stelle, quasi als Appetithäppchen – und wegen der Kürze zwei Gedichte:


SCHNITTERS NOT

Es war ums Haus herum wie Roden
die Tode ungezählt, hab ich
durch scharfer Klinge Schwünge
was kniehoch wogte, hingemäht
die Ordnung wieder hergestellt

Ihr Gräser, Knospen, Blüten, Köpfchen
ich sage nicht, ich leide – das kläng'
wie Hohn, doch meiner Seele
wart ihr bis zum bitteren Ende
Augenweide


HEIMFÜHRUNG

Im Traumbild galt dem Trost die Klage,
den sie der toten Freundin zugeflüstert hatte,
vor Jahr und Tag – am offnen Grabe.
Die Klageworte waren harte.

Es gäbe weder Frieden noch Erlösung – drüben.
Und nirgendwo ein Licht, das gleiße.
All die Versprechen, auch die ihren: Lügen!
Ein ewig' ziellos Irren sei der Toten Reise.

Die Träumende ergriff in ihrer Not
der Toten Hand; und plötzlich spielten Töne auf zum Tanz,
der beide führte, Hand in Hand und wie in Trance,

bis Einer, mittels bloßer Geste, Einhalt gebot –
die Träumende zurück ins Leben wies.
Die Tote aber, jetzt ganz ruhig, die Schwelle übertreten ließ.